Unter den nichtionischen Tensiden scheinen Tenside mit hydrophoben Ketten mit 10–11 Kohlenstoffatomen und Polyoxyethylenketten mit 6–8 EO-Einheiten gute Netzmittel zu sein. Im Polyoxyethylen-Polyoxypropylen-Copolymer nimmt die Benetzungskraft mit zunehmendem Molekulargewicht des Polyoxypropylensegments im Molekül zu und erreicht eine hohe Benetzungskraft, wenn der EO-Gehalt im Molekül niedrig ist. Um jedoch in der wässrigen Phase lösliche und oberflächenaktive Moleküle zu erhalten, muss eine bestimmte Anzahl an EO-Einheiten vorhanden sein.

Die Zugabe von Netzmittel zum Schleifmittel kann die Effizienz und Qualität des Dispersionsprozesses verbessern, und die Zugabe von Netzmittel zur Beschichtung kann die Benetzbarkeit des Substrats verbessern. Allerdings sollte die Menge solcher Tenside möglichst gering sein, um Probleme wie Wasserempfindlichkeit und Schaumbildung zu vermeiden.
Viele Tenside sind Detergenzien und haben die Wirkung von Lösungsvermittlern und Reinigungsmitteln. Solche Tenside haben normalerweise eine geradkettige Struktur mit einer hydrophilen Gruppe an einem Ende, wie beispielsweise Natriumlaurylsulfat. Manchmal werden in Beschichtungen Reinigungsmittel verwendet, in der Regel sind sie jedoch der Hauptbestandteil als Reinigungsmittel für das zu beschichtende Substrat. Die Reinigung des Untergrundes ist sehr wichtig, um die gute Leistung der Beschichtung voll zur Geltung zu bringen. Rückstände von Reinigungsmittel auf dem Untergrund verringern jedoch die Benetzbarkeit und Haftung der Beschichtung.
Eine wichtige Anwendung von Tensiden in der Beschichtungsindustrie ist die Verwendung als Netzmittel. Es wird verwendet, um die Benetzbarkeit von Pigmenten und die Benetzbarkeit der Substratoberfläche zu verbessern. Unter Benetzung versteht man im Allgemeinen die Verdrängung von Luft auf der festen Oberfläche durch Flüssigkeit, aber Benetzung steht auch im Zusammenhang mit der Verringerung der Grenzflächenspannung zwischen Feststoff und Flüssigkeit.
Die meisten Oberflächenbeschichtungen enthalten feste Partikel wie Pigmente und Füllstoffe. Die Dispergierung dieser Partikel erfordert zunächst eine wirksame Benetzung. Die Zugabe von Tensid zu pigmenthaltigem Wasser kann die Grenzflächenspannung zwischen Fest-Flüssigkeits-Grenzflächen verringern, sodass Wasser Pigmentpartikel benetzen kann.
Wenn sich die hydrophile Gruppe des Tensids im Zentrum zweier hydrophober Ketten befindet, weist das Tensid eine starke Benetzbarkeit auf. Beispielsweise sind Natriumdiisooctylsuccinatsulfonat (Aerosol OT) und Alkindioltensid (SURFYNOL 104) sehr wirksame Netzmittel.
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